Die Kirchenglocken in Lomnitz

Glocken gehören seit dem 6. Jahrhundert zu den christlichen Kirchen. Die ersten Glocken wurden nicht gegossen, sondern geschmiedet. Erst seit Beginn des 14. Jh. wurden Glocken in größerem Außmaß gegossen.

1495 Erste kleine Glocke in der Lomnitzer Kapelle.

1597 Es gab bereits ein Geläut. Pfarrer Häntzschel berichtet in seiner Chronik, dass die große Glocke eines Tages geborsten war und 1751 umgegossen werden musste.

1881 Glockenweihe von drei neuen Bronzeglocken, die von der Firma Große in Dresden gegossen wurden.

1917 Am 23. Juni erklang dieses Geläut zum letzten Mal. Anschließend wurden die beiden großen Glocken noch im Turm zerschlagen und schließlich für Kriegszwecke eingeschmolzen. Die kleinste Glocke wurde damals verschont. Sie, die Tauf-, Feuer-, Sterbeglocke und später auch noch Luftschutzglocke, musste fünf Jahre lang für alle Anlässe genügen.

 

Ihre Inschrift lautet:

"Zur Hilfe läut ich,
zur Andacht leit ich der Christen Chor.
Um Tote klag ich,
Gebete trag ich zu Gott empor."

Am Ende des II. Weltkrieges, wurde sie durch Artilleriebeschuß unbrauchbar. Seit 1994 steht sie mahnend im Vorraum der Kirche.

 

1922 Am 22. Januar war Glockenweihe für drei neue Stahlglocken aus Bochum. Sie klingen in den Tönen F, As und Ces. Der Preis betrug damals 20.800 Mark + 7.800 Mark Versandkosten. Bemerkenswert ist, daß das Geld durch 239 Einzelspenden in Höhe von 2 bis 200 Mark zusammenkam. Schon der Transport mit dem Pferdewagen von der Bahnstation Ottendorf nach Lomnitz war ein festlicher Akt.

1940 Wieder müssen die Kirchen ihre Glocken melden. Dazu wurden große Fragebögen verschickt. Bei dieser Gelegenheit wird auch nach der Qualität gefragt. Der Kirchenvorstand preist das Geläut als von seltener Schwingungsreinheit und in seiner Harmonie als das schönste weit und breit.

 

Glücklicherweise waren unsere Stahlglocken für den Krieg nicht von Bedeutung. Sie erklingen noch heute mit schönem, harmonischem Klang.

Ihre Inschriften lauten ( beginnend mit der großen Glocke):

In ernster Zeit

 

Dem Herrn geweiht
 

Uns zur Seligkeit

1994 Sanierung des Kirchturmes. In diesem Zusammenhang wurde auch die Sanierung der Läuteanlage durch die Kirchgemeinde vorbereitet. Die 1945 durch Artilleriebeschuß beschädigte Bronzeglocke wurde vom Turm geborgen und erhielt Ihren Platz im Vorraum der Kirche.

1996 Sanierung der Läuteanlage durch die Firma Glockenläuteanlagen Thumsch GmbH in Heidenau. Die Kosten hierfür sollten sich auf ca. 20.000 DM belaufen. 9.780 DM konnten aus Spendengelder beigesteuert werden. Außerdem wurde die Glockenstube durch Gemeindemitglieder in ehrenamtlicher Arbeit neu verputzt. Nach der Sanierung erklangen die Glocken erstmals wieder zum Osterfest 1996.

 

 


Die Glöckner von Lomnitz

Das Läuten der Glocken oblag in Lomnitz bis 1858 dem Schulmeister, der zugleich Küster war. Danach ging das Amt auf den Nachtwächter über.

 

 

 

Am 1. Januar 1910 übernahm das Glöckneramt der Schmied Max Jurisch, der ebenfalls zugleich noch Nachtwächter war. Er baute zusammen mit seinem Sohn Paul auch den Glockenstuhl für die neuen Stahlglocken. Nach dem Tod von Max Jurisch 1957 hat Paul Jurisch das Amt weitergeführt, der es wiederum nach seinem Tode 1977 an seinen Sohn Sieghard "vererbte".

Seit 1980 war das Läuten durch die Elektrifizierung nicht mehr so anstrengend. Die Mechanik der Glocken wurde jedoch dadurch stärker belastet. Das bis dahin einstündige "Ausläuten" von Hand am Vorabend einer kirchlichen Bestattung wurde deshalb trotz Modernisierung auf eine halbe Stunde reduziert werden, später sogar auf 10 Minuten reduziert.

 

Seit 2011 muss auch die Turmuhr nicht mehr täglich von Hand aufgezogen werden. Ihr mechanisches Werk wurde general überholt und erhielt einen elektrischen Aufzug.

 

Die Glocken werden von Herrn Rico Hoffmann gewartet. Ihm zur Seite steht aber immer noch der Lomnitzer Schmied, Mirko Jurich, Sieghard Sohn.

Der ernste Ruf und der frohe Klang der Glocken sind für viele Menschen von Bedeutung.

Darum ist auch die Wartung unserer sehr klangvollen Kirchenglocken eine sehr ehrenwerte Aufgabe, für deren gewissenhafte Erfüllung wir alle sehr dankbar sind.